Michael Picard
langjähriger Top-Personalmanager (OTTO GROUP, Metro Cash & Carry Deutschland, C&A, s.Oliver), Geschäftsführer von Foxtrim, Berater, Speaker, Autor. Er ist einer der Vorreiter des modernen Personalmanagements und der Digitalisierung in HR in Deutschland.


von Michael Picard
Deutschland und Europa am Scheideweg – Teil 2: Wann brennt denn der Kittel?
Deutschland und Europa werden wirtschaftlich und politisch zunehmend abgehängt.
In KI. In Plattformen. In geopolitischer Gestaltungsmacht.
Wenn ich frage, wofür steht Deutschland eigentlich wirtschaftlich noch, dann kommen immer Leute zu mir, die mir sagen: „Die Rüstungsindustrie ist in Deutschland bomben stark!“
Ja – das ist korrekt, und es ist ein wichtiger, oft verdrängter Punkt in der Gesamtanalyse.
Die Rüstungs- und Sicherheitsindustrie ist aktuell eine der wenigen Branchen, in denen Deutschland (und teilweise Europa) wieder strategisch an Bedeutung gewinnt.
Da sind Chancen! Aber auch Warnsignale.
Rüstung boomt:
- Der Ukrainekrieg hat die sicherheitspolitische Realität Europas brutal verändert
- Deutschland hat ein 100-Mrd.-€-Sondervermögen für die Bundeswehr aufgelegt
- NATO-Staaten erhöhen dauerhaft ihre Verteidigungsausgaben (2-%-Ziel)
- Europa erkennt: Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit
Deutsche Firmen sind hier international relevant, teils sogar führend:
- Rheinmetall → Munition, Panzer, Fahrzeugplattformen
- Hensoldt → Sensorik, Radar, elektronische Kampfführung
- Diehl Defence → Lenkflugkörper, Luftverteidigung
- Krauss-Maffei Wegmann (KNDS) → Kampfpanzer (Leopard)
- Thyssenkrupp Marine Systems → U-Boote (weltweit führend)
- RENK → Getriebe, Federungssysteme für Militär und Industrie
Dass ausgerechnet die Rüstungsindustrie wieder wächst, ist m. E. kein Zeichen von systematischer Stärke, sondern ein Symptom geopolitischer Instabilität.
Problematisch ist vor allem:
- ❌ Rüstung schafft keine breite zivile Wertschöpfung
- ❌ sie löst keine Produktivitätskrise
- ❌ sie ersetzt keine Innovationsführerschaft in KI, Plattformen, Software
- ❌ sie ist politisch & ethisch hochsensibel
- ❌ sie skaliert nicht gesellschaftlich
👉 Kein Land wird allein deshalb langfristig reich, stabil und attraktiv, weil es Waffen baut.
Die Rüstungsindustrie ist aktuell auch deshalb stark, weil sie KI, autonome Systeme, Robotik, Sensorfusion, Datenverarbeitung in Echtzeit, früher, schneller und kompromissloser einsetzt als viele zivile Branchen.
👉 Das ist der eigentliche Aha-Effekt: Was wir in der Rüstung technologisch können, trauen wir uns zivilgesellschaftlich oft nicht.
Hier zeigt sich Europas Kernproblem: technologisch fähig, doch politisch zögerlich und gesellschaftlich blockiert!
Wenn wir die Entschlossenheit, mit der wir gerade Sicherheitspolitik und -business betreiben, auf alle wirtschaftlichen Kernbereiche übertragen würden, dann wäre Deutschland (und Europa) wieder auf dem Weg zu neuer Stärke.
Warum tut sich aber nix?
Weil eine existenzielle Bedrohung in allen wirtschaftlichen und politischen Bereichen von vielen noch nicht wahrgenommen wird, weil der „Kittel noch nicht lichterloh brennt“! Heißt: kein ausreichender Handlungsdruck und immer wieder die typische Aussage: „Machen wir später!“
Fakt ist aber eben: Wir könnten, wenn wir wollten – und die wahrgenommene Bedrohung bei der Sicherheitslage und die Maßnahmen in der Rüstungsindustrie zeigen es deutlich:
- Wir können entscheiden
- Wir können strategisch denken
- Wir können Tempo aufnehmen
- Milliarden werden mobilisiert
- Produktionskapazitäten aufgebaut
- Lieferketten neu gedacht
- Technologien skaliert
Aber die Rüstungsindustrie ist kein Zukunftsversprechen, sondern ein Weckruf.
Deutschland ist hier zwar wieder international relevant. Aber nicht, weil wir es wollten.
Sondern, weil wir plötzlich mussten. Weil Krieg droht, weil DA der Kittel brennt.
Doch wann klingelt der Wecker in unseren anderen Wirtschaftssektoren, in unseren Zukunftsbranchen (die, die wir haben – und neue, die da noch kommen)?
Allein der Blick auf die technologische Entwicklung da draußen schreit uns an: „Keine Zeit mehr abzuwarten. Das Wort „später“ gehört aus dem Wortschatz gestrichen.“
Wir erleben gerade das größte Update der Arbeitswelt aller Zeiten. KI und humanoide Robotik werden alles bisher Dagewesene auf den Kopf stellen. Die Welle rollt bereits. Andere Länder hängen uns ab.
Unternehmen, die diese Entwicklung verpassen, werden ums Überleben kämpfen. Doch Unternehmer können diese Welle reiten und helfen, Deutschland wieder stark zu machen – wenn sie sich rechtzeitig vorbereiten.
Eine Schlüsselrolle in dieser neuen Arbeitswelt spielt Human Resources!
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